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Website erstellen lassen: Was kostet ein professioneller Webdesigner?

Website erstellen lassen: Was kostet ein Webdesigner wirklich? Preisspannen, Unterschiede und wann sich welche Lösung für Ihr Unternehmen lohnt.

9 Min. LesezeitChristian Wenterodt
Laptop mit Website-Mockup auf dem Schreibtisch eines Unternehmers// featured

Die erste Frage, die fast jeder Unternehmer stellt, lautet: "Was kostet das eigentlich?" Die ehrliche Antwort ist: Es kommt tatsächlich drauf an. Aber das ist keine Ausrede, sondern eine Beschreibung der Realität. Die Preisspanne zwischen einer Wix-Seite und einer professionell programmierten Website kann locker den Faktor 50 ausmachen. Dieser Artikel gibt Ihnen konkrete Zahlen, erklärt die Unterschiede zwischen den verfügbaren Optionen und hilft Ihnen, die Lösung zu finden, die zu Ihrer tatsächlichen Situation passt.

Die vier Wege zur Website und was sie kosten

Vergleich: Website-Baukasten vs. professionelle WebsiteVergleich: Website-Baukasten vs. professionelle Website

Es gibt im Wesentlichen vier Wege, zu einer professionellen Online-Präsenz zu kommen. Sie unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern vor allem darin, was Sie am Ende tatsächlich bekommen und welche Möglichkeiten Ihnen die gewählte Lösung langfristig offenhält.

LösungEinmalige KostenLaufende KostenZeitaufwandSinnvoll für
Website-Baukasten (Wix, Squarespace)0–500 €15–50 €/MonatHoch (Selbst)Hobby, erstes Aushängeschild
WordPress-Template-Agentur1.500–5.000 €50–150 €/MonatMittelKleine Unternehmen ohne SEO-Fokus
Agentur mit Custom-WordPress4.000–12.000 €100–250 €/MonatGeringUnternehmen mit Content-Team
Professionell programmierte Website5.000–20.000 €80–200 €/MonatGeringUnternehmen mit SEO als Wachstumskanal

Die Zahlen sind Richtwerte. Nach oben gibt es naturgemäß keine Grenze, nach unten schon: Wer deutlich weniger zahlt als das untere Ende einer Kategorie, bekommt in der Regel deutlich weniger als das, was die Kategorie verspricht.

Was den Preis einer professionellen Website bestimmt

Hinter diesen Preisspannen stecken konkrete Kostenfaktoren. Kein seriöser Anbieter greift eine Zahl aus der Luft. Er kalkuliert anhand von:

Anzahl der Seiten und Unterseiten. Eine Startseite plus fünf Leistungsseiten ist ein anderes Projekt als eine Website mit 30 Unterseiten, Stadtteillanding-Pages und einem Blog. Die Seitenanzahl ist der größte einzelne Preistreiber, weil jede Seite eigene Inhalte, Struktur, SEO-Optimierung und Designarbeit bedeutet. Faustregel: Drei bis fünf Seiten sind ein kleines Projekt, zehn bis fünfzehn ein mittleres, alles darüber ein größeres Engagement.

Individuelle Funktionen. Buchungsformulare, interaktive Preisrechner, mehrsprachige Inhalte, Kundenportale, Datenbankanbindungen: Jede Funktion bedeutet Entwicklungszeit. Eine einfache Kontaktseite ist in einem Tag gebaut. Ein Buchungssystem mit Kalenderintegration dauert ein bis zwei Wochen. Generative Features wie KI-Chatbots oder Konfiguratoren können mehrere Wochen bedeuten.

Texte und Copywriting. Professionelle Texte, die tatsächlich zu Anfragen führen, kommen selten vom Kunden selbst. Wer diesen Schritt an die Agentur delegiert, zahlt mehr, bekommt aber in aller Regel mehr zurück. Texte sind der unsichtbare Hebel einer Website: Das Design macht den ersten Eindruck, aber die Worte entscheiden, ob jemand anfragt.

SEO-Setup. Eine technisch saubere Grundlage bedeutet strukturierte Daten, korrekte Meta-Tags, saubere URL-Architektur, interne Verlinkung und seitenspezifische Ladezeiten. Das ist kein Luxus. Es ist die Voraussetzung dafür, dass Google die Seite überhaupt vollständig indexiert und in den Suchergebnissen zeigt. Viele günstigere Builds überspringen genau hier, mit Folgen, die sich erst Monate später in den Rankings zeigen.

Design-Komplexität. Eine Website auf Basis eines angepassten Templates ist günstiger als ein vollständig individuelles Design. Letzteres bedeutet eigene Illustrationen, maßgeschneiderte Animationen und ein vollständiges Designsystem. Das kostet mehr, kann aber auch den Unterschied machen zwischen einer Website, die wie hunderte andere aussieht, und einer, die tatsächlich in Erinnerung bleibt.

Hosting und laufende Betreuung. Manche Agenturen rechnen diese Kosten in die monatliche Pauschale ein, andere stellen sie separat in Rechnung. Fragen Sie immer explizit danach: Was ist im Monatspreis enthalten? Sicherheitsupdates? Backups? Inhaltliche Änderungen? Reaktionszeit bei technischen Problemen? Das Kleingedruckte hier entscheidet oft darüber, welche Überraschungen nach dem Launch auf Sie warten.

Warum billig oft teuer wird

Der Reflex, beim größten Kostenpunkt zu sparen, ist verständlich. Bei der Website ist es meistens ein Fehler.

Website-Baukästen wie Wix oder Squarespace sind schnell aufgesetzt und auf den ersten Blick günstig. Das stimmt für den Anfang. Langfristig entstehen jedoch versteckte Kosten: Sie sind an den Anbieter gebunden und verlieren Ihre gesamte Arbeit, wenn Sie die Plattform wechseln wollen. Die Ladezeiten sind strukturell schlechter als bei einer sauber entwickelten Website, was sich direkt auf Google-Rankings auswirkt. SEO-Kontrolle haben Sie kaum, weil wichtige Metadaten, URL-Strukturen und technische Optimierungen nur eingeschränkt konfigurierbar sind. Und je größer Ihr Unternehmen wächst, desto schneller stoßen Sie an die Grenzen, die das System Ihnen setzt.

Die eigentliche Kostenfrage lautet nicht: Was kostet die Website? Sie lautet: Was kostet es, wenn die Website keine Anfragen bringt?

Rechnen Sie konkret: Wenn Sie monatlich drei qualifizierte Anfragen verlieren, weil Ihre Website langsam lädt, auf dem Smartphone unbenutzbar ist oder auf Seite drei der Google-Ergebnisse begraben liegt, und jede Anfrage hat im Schnitt 800 € Marge, dann kostet Sie die "günstige" Lösung fast 29.000 € pro Jahr an entgangenen Einnahmen. Dagegen ist eine professionell entwickelte Website eine Investition mit klar messbarem Rückfluss.

Was eine professionelle Website mindestens enthalten muss

Unabhängig vom Preisniveau gibt es Standards, die jede Website erfüllen sollte, bevor sie aktiv Kunden ansprechen will.

Klares Angebot above the fold. Die erste Bildschirmfläche muss innerhalb von fünf Sekunden drei Fragen beantworten: Was bieten Sie an? Für wen? Warum sollte jemand ausgerechnet bei Ihnen anfragen? Generische Formulierungen wie "Qualität", "Kompetenz" und "Kundenzufriedenheit" beantworten keine dieser Fragen. Konkret heißt das: "Immobilien-Websites für Makler in der DACH-Region, die über Google Anfragen generieren" ist besser als "Professionelle Webdesign-Lösungen für anspruchsvolle Kunden."

Kontaktweg mit einem Klick. Jede einzelne Seite Ihrer Website sollte einen sichtbaren Weg zur Kontaktaufnahme haben, sei es eine Telefonnummer, ein Button zum Formular oder eine WhatsApp-Verlinkung. Wer erst drei Klicks braucht, um Sie zu erreichen, fragt in den meisten Fällen nicht an. Das klingt offensichtlich, ist aber auf überraschend vielen professionell aussehenden Websites nicht umgesetzt.

Mobile-First-Design. Mehr als 60 % aller Suchanfragen kommen heute vom Smartphone. Eine Website, die auf dem Desktop gut aussieht, auf dem Handy aber träge lädt oder Inhalte verschluckt, verliert die Mehrheit ihrer potenziellen Kunden schon bevor diese auch nur den ersten Satz gelesen haben. Mobile-First bedeutet nicht "sieht gut aus auf kleinen Screens", sondern "wurde zuerst für kleine Screens konzipiert."

Ladezeit unter zwei Sekunden. Google misst die Ladezeit und wertet sie als Rankingfaktor. Nutzer messen sie unbewusst: Bei mehr als drei Sekunden Ladezeit springen in Studien über die Hälfte der Besucher ab. Eine professionell entwickelte Website mit sauberem Code, optimierten Bildern und gutem Hosting erreicht zwei Sekunden ohne große Mühe. Eine Wix-Seite mit zwanzig installierten Apps und unoptimiertem Bildmaterial selten.

SSL-Zertifikat und rechtliche Pflichten. Eine Website ohne HTTPS wird von modernen Browsern als unsicher markiert. Das kostet Vertrauen, bevor auch nur eine Zeile gelesen wurde. Gleichzeitig sind Impressum, Datenschutzerklärung und ein korrektes Cookie-Consent-System in Deutschland und Österreich keine Kann-Bestimmung, sondern eine gesetzliche Verpflichtung.

Was Sie eine Agentur fragen sollten, bevor Sie unterschreiben

Diese Fragen trennen gute Angebote von schlechten, noch bevor es losgeht:

Wer schreibt die Texte? Wenn "der Kunde liefert die Texte" als selbstverständlich gilt, rechnen Sie damit, dass das Projekt ins Stocken gerät. Gute Agenturen bieten entweder Copywriting an oder benennen klar, was sie wann von Ihnen brauchen.

Was genau ist im monatlichen Preis enthalten? Updates des CMS-Systems? Sicherheits-Backups? Kleine inhaltliche Änderungen? Ein definiertes Stundenkontingent? Klären Sie das schriftlich, nicht im Gespräch.

Können Sie mir eine Website zeigen, die nach drei Jahren noch schnell lädt und wartungsarm ist? Jede Agentur kann frisch gebaute Sites zeigen. Eine gute Agentur zeigt Ihnen auch, wie die Seiten nach Jahren noch aussehen.

Welche konkreten SEO-Maßnahmen treffen Sie beim Launch? Technisches SEO ist kein Add-on. Es gehört in jede Website. Wenn die Antwort vage ist oder "das machen wir nach dem Launch", seien Sie skeptisch.

Wie sehen die Übergabemodalitäten aus? Was passiert, wenn Sie nach zwei Jahren die Agentur wechseln wollen? Bekommen Sie alle Dateien, Zugänge und Dokumentationen? Oder sind Sie abhängig?

Wann lohnt sich welche Lösung?

Website-Baukasten ist sinnvoll, wenn: Sie in den nächsten zwölf Monaten kein Wachstum über organische Suchanfragen anstreben, die Website primär als digitale Visitenkarte dient und Sie selbst Inhalte aktualisieren möchten, ohne technischen Support zu benötigen.

WordPress über eine Agentur ist sinnvoll, wenn: Ihr Team selbst Blogbeiträge, Neuigkeiten oder Produktseiten pflegen soll und das Budget keine Vollentwicklung erlaubt. WordPress ist ein solides Werkzeug in den richtigen Händen. Die Frage ist, ob die Agentur es richtig einsetzt oder nur Templates anpasst und Plugins stapelt.

Professionell programmierte Website ist sinnvoll, wenn: Google ein ernst zu nehmender Wachstumskanal für Sie ist, die Website über Jahre stabil und wartungsarm bleiben soll und spezifische Funktionen gebraucht werden, die kein Plugin sauber löst. Außerdem dann, wenn Sie Wert darauf legen, dass die Seite auch in drei Jahren noch schnell lädt und kein Legacy-Flickwerk geworden ist.

Keine dieser Optionen ist per se falsch. Die falsche Option ist die, die nicht zu Ihrem tatsächlichen Ziel passt.

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Christian Wenterodt

Über den Autor

Christian Wenterodt

Gründer, Kasoria

Christian Wenterodt ist Gründer von Kasoria. Er entwickelt Websites, SEO-Strategien und digitale Prozesse, die Unternehmen helfen, online sichtbarer zu werden und mehr qualifizierte Anfragen zu gewinnen.

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